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2020-05-02

mehr BANDCAMP DAY Releases, mit BONGRIPPER, LINGUA IGNOTA, KIKAGAKU MOYO und YAZZ AHMED

Wer auch nur fünf Bands in den sozialen Medien folgt, kann es unmöglich verpasst haben:
Bandcamp Day wird in Corona-Zeiten zur festen Institution. D.h. für die nächste Zukunft verzichtet die Seite jeweils am ersten Freitag eines Monats auf ihre Gebühren, wodurch der komplette Erlös direkt an die Künstler geht.

Gestern war es wieder soweit, was zahlreiche Musiker zum Anlass für spezielle Veröffentlichungen genommen haben. Ich habe mir außer Golds "Isolation Sessions" noch folgende kleine Digitalreleases gegönnt:




YAZZ AHMED - Under Quiet Skies (download) (2020)

Am dringendsten zu erwähnen, da nur dieses Wochenende verfügbar, ist die Zwei-Track-EP "Under Quiet Skies" der Trompeterin / Flügelhorn-Spielerin Yazz Ahmed. Die Grenzgängerin zwischen nahöstlicher Folklore, modernem Jazz und Elektronik hat diese Stücke anlässlich des Jazz FM Virtual Jazz Festival gemeinsam mit ihrem Partner Noel Langley im Heimstudio eingespielt, wobei Teile der Songs vorab aufgenommene Backingtracks aus Loops und Samples waren, über die dann live improvisiert und mit Effekten manipuliert wurde.

"Questions No Answers" ist ein ausdrucksstarkes Horn/Trompeten-Duett der beiden über einen eher zurückhaltenden Ambient-Track.

"Though My Eyes Go To Sleep, My Heart Does Not Forget You" hingegen wird von einem mit funkiger Tuba und Gitarre angereicherten Afro-Beat angetrieben.
Verglichen mit dem Material von "Polyhymnia" ist das alles simpler und leichter zugänglich, doch da Ahmed ja zu den sensationellsten Jazzer(inne)n unserer Zeit gehört, sind beide Tracks absolute Qualitätskost.







BONGRIPPER - Glaciers (download) (2020)

Ebenfalls Ambient, allerdings in der dunkel dröhnenden, heulenden und schabenden Variante bieten uns die hier ausnahmsweise mal ohne Schwerlast-Riffs operierenden Bongripper auf ihrem im Jahr 2009 eingespielten, aber bisher unveröffentlichten Zweiundzwanzig-Minuten-Monstrum "Glaciers".

Wer schon den Covid-19-Soundtrack "We Sit In Silence As Our World Decays" des Bongripper-Spin-Offs Bottomed genossen hat, für den ist auch diese musikalische Begleitung zum existentiellen Horror erbarmungslos zu empfehlen!







LINGUA IGNOTA - Jolene (download) (2020)

Es bleibt finster, bzw. es wird vielleicht sogar noch ernster mit Kristin Hayter aka Lingua Ignota.

Ihre maximal beklemmende Verzweiflungsinterpretation des Dolly Parton-Hits "Jolene" war zwar bereits auf einer Split-EP zu haben, hier handelt es sich jedoch um eine komplette Neuaufnahme.

Lärmend, theatralisch, unausweichlich. Und wie immer nichts für schwache Gemüter. Kunst muss wehtun.



Und wo ich schon auf Lingua Ignotas Seite war, habe ich mir auch noch einen bereits im März veröffentlichten Track mitgenommen. "O Ruthless Great Divine Director" ist eine neoklassische Rache-Ballade mit den typisch eindringlich Chorgesängen, die Hayter als Stilmittel kultiviert hat.

Und ach ja - das Ding eskaliert in der zweiten Hälfte ein ähem... ganz kleines bisschen. "Oh ruthless great divine director / I call upon the right hand and the hammer / May every forking tongue be carved out / May every glass house split and shatter!"







KIKAGAKU MOYO - Ouchi Time (download) (2020)

Zum Ausklang gibt es noch ein paar entspannendere indisch-fernöstliche Klänge von den japanischen Krautrockgroßmeistern Kikagaku Moyo.

"Ouchi Time" ist ein Song übers Zuhausebleiben und das Finden von Zuflucht in inneren Geistesgalaxien. Ein kleiner, aber feiner Track, der vielleicht nicht besonders aus der Diskographie herausragt, bei dem man als Fan aber auch nichts verkehrt macht.


Auch von Kikagaku Moyo habe ich mir bei der Gelegenheit noch einen Bonus in den Einkaufswagen gelegt. Auf dieser bereits im Februar veröffentlichten Single schaltet die Gruppe ganz und gar in Hippiemodus und covert gemeinsam mit Gastsängerin Kandice Holmes die Folkballade "Gypsy Davey".

Auf der B-Seite folgt eine ganz sanfte geschmackvolle, im Wohnzimmer aufgenommene Eigenkomposition, bei der einzig der Titel "Mushi No Uta" für deutsche Ohren zu unnötigen Schenkelklopferflachwitzen einlädt.





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